DUNANT
Durch Dunants Initiative fand schon zwei Jahre später in Genf ein entsprechender Kongreß statt. Darauf wurde die erste „Genfer Konvention“ verabschiedet und am 8. Mai 1864 die Gründung des „Internationalen Komitees vom Roten Kreuz“ beschlossen. Hauptinhalt dieses zwischenstaatlichen Abkommens war die Ver- besserung des Loses der Verwundeten und Kranken der Heere auf den Schlachtfeldern. Als Neutralitäts- und Schutzzeichen für die be- teiligten Hilfseinrichtungen und ihrer Helfer wurde ein rotes Kreuz auf weißem Grunde vereinbart (in der Türkei ein roter Halbmond).
 
Dieses Abkommen ermöglichte es, dass schon im „Deutschen Krieg“ von 1866 erstmals Verwundete unter dem Schutz des „Roten Kreu- zes“ geborgen und ärztlich versorgt werden konnten.
 
Im Laufe der Jahrzehnte haben die Aufgaben des Roten Kreuzes - gestützt durch weitere „Genfer“ und „Haagener Abkommen“ - erheb- lich zugenommen und sind auf Notstände aller Art ausgedehnt wor- den.
 
Aufgaben des Roten Kreuzes sind heute neben der Verwundeten-, Kranken- und Versehrtenpflege, Verbesserung des Loses Schiffbrü- chiger der Seestreitkräfte, der Gefangenen- und Zivilinternierten- fürsorge, der Betreuung und dem Schutz ziviler Kriegsopfer (Flücht- linge), Vermisstensuchdienst und anderen Maßnahmen beispiels- weise die Aufstellung und Ausbildung freiwilliger Helfer für den Ein- satz in der zivilen Krankenpflege und bei allen anderen erdenklichen Unfällen und Naturkatastrophen. Das Rote Kreuz ist heute die größte freiwillige Hilfsorganisation der Welt mit über 210 Millionen Mitglie- dern in den einzelnen nationalen Rot-Kreuz-Gesellschaften in über 150 Staaten.
 
Henry Dunant erhielt 1901 als Erster den Friedensnobelpreis. Damit wurde sein Lebenswerk, der wohl menschlichsten und huma- nsten Einrichtung, die je geschaffen wurde, ausgezeichnet. Dunant starb im Alter von 82 Jahren am 30.10.1910 in dem Schweizer Ort Heiden. Seine Ideen und seine Anliegen leben bis heute im Interna- tionalen Roten Kreuz mit seinen nationalen Rotkreuz- und Roten- Halbmond-Verbänden um viele humanitäre Aspekte erweitert fort.
Solferino3
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